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Ratgeber

Markenname oder beschreibender Name — was passt zu Ihrem Vorhaben?

Bei der Namenswahl stehen zwei Wege offen: ein beschreibender Name, der sagt, was Sie tun, oder ein Kunstname, der zunächst nichts sagt und mit Bedeutung gefüllt wird. Beide funktionieren, aber unter unterschiedlichen Bedingungen.

Der beschreibende Name

sichtschutz-pflanzen.de erklärt sich von selbst. Wer ihn liest, weiß sofort, was ihn erwartet.

Die Stärke: kein Erklärungsaufwand. In Anzeigen, Suchergebnissen und Verzeichnissen entscheidet sich in einem Sekundenbruchteil, ob jemand klickt — ein Name, der die Frage bereits beantwortet, gewinnt diesen Moment.

Die Schwäche: begrenzte Dehnbarkeit. Wer später auch Gartenmöbel verkauft, trägt einen Namen, der nur noch die halbe Wahrheit sagt. Beschreibende Namen lassen sich außerdem selten als Marke schützen, weil ihnen die Unterscheidungskraft fehlt.

Der Kunstname

kognify.de sagt zunächst nichts. Er klingt nach Erkenntnis und Technik, legt sich aber auf nichts fest.

Die Stärke: Er gehört Ihnen allein. Er lässt sich als Wortmarke schützen, er wächst mit dem Geschäft mit, und er verwechselt sich nicht mit dem Wettbewerb.

Die Schwäche: Er muss aufgebaut werden. Bis der Name für etwas steht, müssen Sie ihn verbreiten — durch Werbung, durch Kundenkontakt, durch Zeit. Dieser Aufbau kostet Geld, und zwar deutlich mehr als die Preisdifferenz zwischen den beiden Domain-Typen.

Die Entscheidungshilfe

Der beschreibende Name passt, wenn Kunden Sie über Suche finden, der Markt eng umrissen ist und Sie schnell Umsatz brauchen. Handel, Handwerk und lokale Dienstleistung fahren damit meist besser.

Der Kunstname passt, wenn Sie über Empfehlung und Vertrieb wachsen, das Angebot sich noch verändern wird und Sie eine Marke aufbauen wollen. Software, Beratung und alles mit längerem Verkaufszyklus gehören eher hierhin.

Der Mittelweg

Es gibt eine dritte Kategorie, die oft übersehen wird: gängige deutsche Wörter, die nicht die Leistung beschreiben, aber eine Haltung transportieren. überlegen.de sagt nicht, was verkauft wird — aber es ist sofort verständlich, leicht zu merken und trotzdem dehnbar.

Solche Wörterbuch-Domains verbinden die Merkbarkeit des beschreibenden Namens mit der Flexibilität des Kunstnamens. Sie sind deshalb gesucht und entsprechend selten verfügbar.

Was in jedem Fall gilt

Kurz vor lang. Ohne Bindestrich vor mit. Eindeutig zu schreiben vor kreativ geschrieben. Und: am Telefon vorlesen, bevor Sie sich festlegen. Wenn das Gegenüber nachfragen muss, wählen Sie einen anderen Namen.